Ausgabe 2017/2
Werte

Der Jahresbericht 2015 eröffnet den Schwerpunkt mit einem Einblick in die Wertedebatte. Auch das Video zum Wissenslabor: "Kritische Wissensproduktion zum Thema Werte" bringt den Ausgangspunkt dieser Ausgabe näher. Bei dieser Veranstaltung der Universität der Ignorant*innen (maiz/das kollektiv) wurde der Organisierung der Lehrenden im Feld DaF/DaZ/Basisbildung als Positionierung zum herrschenden Wertediskurs, ein Startpunkt gesetzt.

Im Gespräch

Stellung beziehen, Standpunkte vertreten, Position einnehmen - in Zeiten, die von großen gesellschaftlichen Umbrüchen und reaktionären politischen Entwicklungen geprägt sind, ist das besonders wichtig. Gleichzeitig werden aber gegenhegemoniale Stimmen in solchen Zeiten meist noch stärker marginalisiert als sonst.

Durch alle Genres, Kontinente, Dimensionen

Ausgabe 2017/1
Körper, Gesundheit, Migration

Die Begriffe Körper, Gesundheit und Migration beschreiben ein Dreieck, mit dem maiz sich in den letzten Jahren, insbesondere im Projekt "Das Leben hat Gewicht!" (Laufzeit: Mai 2015 - Mai 2017), verstärkt beschäftigt hat. Der Einstiegstext dieses Schwerpunkts bietet einen Einblick in die Themen und Auseinandersetzungen dieses Projekts. Es handelt sich um ein Projekt der Primärprävention von Essstörungen, in dem migrationsgesellschaftliche Verhältnisse und (Flucht-)Migrationserfahrungen von Jugendlichen explizit einbezogen werden. ....weiter lesen

Verlernen

Verlernen meint nicht, Gewusstes und Gelerntes zu löschen, zu annullieren oder auf einen imaginären Ausgangszustand zurückzusetzen. Verlernen meint aber auch nicht, etwas abzustreifen oder abzutreten, ähnlich einem Kleidungsstück oder einem Rucksack. In der postkolonialen Theorietradition von Gayatri Spivak eröffnet Verlernen einen Raum, der es erlaube, "Privilegien als einen Verlust zu erleben" (María do Mar Castro Varela). Auf einer pädagogisch-politischen Handlungsebene bringt Castro Varela dies in Verbindung mit der Rebellion gegen die eigene Subjektwerdung und einer "Praxis des Regelbrechens". ...weiter lesen

Positionen

Stellung beziehen, Standpunkte vertreten, Position einnehmen - in Zeiten, die von großen gesellschaftlichen Umbrüchen und reaktionären politischen Entwicklungen geprägt sind, ist das besonders wichtig. Gleichzeitig werden aber gegenhegemoniale Stimmen in solchen Zeiten meist noch stärker marginalisiert als sonst. Besonders die Positionen von Migrant*innen und Women of Colour werden dann im Mainstream noch vehementer ausgeblendet und nicht gehört - umso wichtiger ist es darum, Räume für gegenhegemoniale Positionen zu verteidigen und neue zu schaffen....weiter lesen

Ausgabe 2016/1
SOLIDARITÄT

Im ersten Schwerpunkt der Ausgabe wird der Begriff "Solidarität" in verschiedenen Facetten beleuchtet. Was haben die Fluchtbewegungen der letzten Jahre angestoßen, welche politischen Perspektiven und solidarischen Praxen sind möglich – und wann bleibt Solidarität eine Unmöglichkeit?

TECHNOKRATIE

Der zweite Schwerpunkt widmet sich den Auswirkungen des technokratischen Umbaus in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen: an den Universitäten, im Sozial- und Gesundheitsbereich, in Diskursen zu psychischer Gesundheit, in queer-feministischer und antirassistischer Arbeit. Was alles ist heute "technocrazy"? Wie werden durch technokratische Entwicklungen auch rassistische und geschlechtshierarchische Verhältnisse transformiert und aktualisiert?

Durch alle Genres, Kontinente, Dimensionen

Ausgabe 2015/1
Quer durch migrazine.at

2009 ging migrazine.at als "Online-Magazin von Migrantinnen für alle", herausgegeben von der Migrantinnen-Selbstorganisation maiz, ins Netz. Mit diesem Schwerpunkt, der in Kooperation mit der feministischen Zeitschrift aep informationen aus Innsbruck auch in Printform erschienen ist, blickt migrazine.at auf die letzten sieben Jahre seiner publizistischen Arbeit zurück.

Willkommen! Um zu bleiben

Wie hat der "lange Sommer der Migrationen" von 2015 die politischen Realitäten verändert? Um diese Frage zu beantworten, greifen die Autor_innen dieses Schwerpunkts unterschiedliche Themen auf: Sie kritisieren Abschiebungen und eurozentrisches Hilfsdenken, setzen sich mit verschiedenen Formen des Widerstands auseinander und zeigen Wege der Solidarität mit den Kämpfen von Migrant_innen auf.

Durch alle Genres, Kontinente, Dimensionen

Ausgabe 2014/2
Let's talk about: Klassismus

"Klassismus" bedeutet klassenspezifische Diskriminierung, Ausbeutung und Marginalisierung. Schwarze und lesbische Feministinnen aus der Arbeiter_innenbewegung brachten den Begriff in den USA der 1970er Jahre in die Debatten ein. Zwischenzeitlich geriet Klassismus als Thema und soziales Analysewerkzeug - nicht als Realität - in den Hintergrund.

migrazine.at schließt sich mit dieser Ausgabe den aktuellen Bemühungen rund um "Class Matters" an. So gehen wir etwa der Frage nach, wie "Klasse" heute im (queer-)feministischen Aktivismus thematisiert wird. Parallel dazu hinterfragen wir die Verbindungen mit Rassismus und Sexismus. Ein wesentlicher Aspekt ist Bildung, spielt doch das gesamte Feld - von den Hauptschulen bis zu den Unis - eine zentrale Rolle für die Reproduktion von Klassismus.

Dieser Themenschwerpunkt ist in Kooperation mit an.schläge – Das feministische Magazin entstanden.

Alle(s) Wissen

maiz, das Autonome Zentrum von & für Migrantinnen, feiert mit der Gründung der "Universität der Ignorant_innen" sein 20-jähriges Bestehen. Damit entsteht in Linz ein Ort, an dem gegenhegemoniales Wissen produziert und ausgetauscht wird.

Weltweit existieren verschiedene Formen selbstorganisierter Bildungsinitiativen: Ob Alternative bzw. Kritische Universitäten, Volksunis oder Sommerunis: Immer steht die Aufhebung des Unterschieds zwischen theoretischer Reflexion und Praxis im Vordergrund, um zu einem sozialen Wandel beizutragen.

Quer durch alle Genres, Kontinente, Dimensionen.

Ausgabe 2014/1
Bis aufs Blut

Um kaum einen anderen Stoff ranken sich derart viele Fantasien und Mythen wie um diesen besonderen Saft: Blut. Der aktuelle Schwerpunkt wirft ausgewählte Schlaglichter auf die ambivalenten Bedeutungen, die Blut eingeschrieben sind - von den kolonial-rassistischen und nationalsozialistischen Diskursen über "reines Blut" bis zur nationalen "Blutsgemeinschaft" der Gegenwart, von der Blutspende als "selbstloser Tat", die Leben rettet, bis zum "bösen Blut" als Träger von Krankheit und Seuche, vom christlichen Opferblut bis zum Menstruationsblut als Material in der feministischen Aktionskunst, das die männliche Vorherrschaft besudelt.
Foto: wwarby/flickr (CC-Lizenz)

In & Out: Arbeiten in Kunst, Kultur und Medien

Gleichwohl die Bereiche Kunst, Kultur und Medien als progressiv und offen gelten, sind auch hier soziale Ausschlussmechanismen Alltag: Auf welche strukturellen Diskriminierungen treffen junge (migrantische) Kultur- und Medienarbeiter_innen? Was können Kulturinstitutionen tun, um bestehende Zugangsschwellen abzubauen? Und welches Verständnis von "Kultur" kommt dabei zum Tragen?
Der vorliegende Schwerpunkt, der in Kooperation mit dem maiz-Projekt "Mezzanin" entstanden ist, diskutiert Perspektivenwechsel und Handlungsstrategien, um der Schräglage im Kultur- und Medienbetrieb entgegenzuwirken.

Foto: lusciousblopster/flickr (CC-Lizenz)






"Mezzanin" ist ein Teilprojekt von "Intermezzo", entwickelt von maiz und gefördert vom BMBF und Europäischen Sozialfond/ESF.

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Ausgabe 2013/2
Critical Whiteness – Kritisches Weißsein

Seit einigen Jahren erhalten Critical-Whiteness-Konzepte in den Debatten der antirassistischen Linken zunehmende Aufmerksamkeit. In diesem Schwerpunkt, der in Kooperation mit dem feministischen Magazin an.schläge entstanden ist, gehen wir der Frage nach: Welche Bedeutung hat Critical Whiteness/Kritisches Weißsein – oftmals als elitärer akademischer Diskurs kritisiert – für die antirassistische Praxis? Die unterschiedlichen Perspektiven auf diese Frage spiegeln sich nicht zuletzt auch in den Begriffsverwendungen und Schreibweisen der Beiträge (zum Beispiel Schwarz, weiß, Weißsein oder weiß-sein).
Über Begrifflichkeiten wurde auch in der Vorbereitung zum Schwerpunkt in unseren Redaktionen diskutiert: Welche Entwicklungsgeschichte legt der englischsprachige Terminus Critical Whiteness nahe? Handelt es sich bei der aus den USA stammenden Forschungsrichtung tatsächlich um etwas Neues? Und: Knüpft Kritisches Weißsein an die hiesigen antirassistischen Kämpfe von Schwarzen Menschen und People of Color an?

Sexarbeit: Gegenappelle und Widerstandsperspektiven

2012 forderten zweihundert zivilgesellschaftliche Organisationen im sog. Brüsseler Appell ein "Europa ohne Prostitution". Ebenso setzte sich der "Pariser Appell" – nach schwedischem Vorbild – für ein Verbot von Sexkauf und die Kriminalisierung von Freiern ein. Für die langfristige Abschaffung des Systems Prostitution machen sich auch der "Wiener Appell" der Initiative "Stopp Sexkauf" sowie der jüngste "Appell gegen Prostitution" der Zeitschrift "Emma" stark.
Im Streit über ein Verbot oder eine Legalisierung von Sexarbeit dominieren die Perspektiven von NGOs und Beratungsstellen, während die betroffenen Sexarbeiter_innen und ihre politischen Forderungen nur wenig Gehör finden. In diesem Schwerpunkt präsentiert migrazine.at "Gegenappelle" von Sexarbeiter_innen-Organisationen und solidarischen Unterstützer_innen wie etwa der Initiative "Rotlicht statt Blaulicht": Sie treten für einen Wechsel der Perspektive in der Debatte und die politische Miteinbeziehung der (mehrheitlich migrantischen) Sexarbeiter_innen ein, um deren Rechte auch tatsächlich umsetzen zu können. Listen up!

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Ausgabe 2013/1
Ülkü, Lilli, Cosinus: Emanzipatorische Kinder- und Jugendliteratur

Geschichten erzählen und damit Vorstellungen von der Welt geben – das ist die Aufgabe von Kinder- und Jugendliteratur. Sie liefert damit auch Bilder von Geschlecht, Ethnizität, Sexualität und anderen Zugehörigkeiten, die vom gesellschaftlichen Konsens der jeweiligen Epoche geprägt sind. Dass dieser nicht unwidersprochen bleibt und dank kritischer Interventionen auch veränderbar ist, zeigte sich zuletzt an der Debatte um das "N"-Wort und anderen diskriminierenden Begriffen in Kinderbüchern.
Erfreulicherweise gibt es aber auch genügend empfehlenswerte Literatur für Kinder und Jugendliche, die dem Begriff "emanzipatorisch" gerecht wird – indem sie unterschiedlichste Lebensentwürfe aufzeigt und nicht-normative Rollenbildern vorstellt. In Kooperation mit dem feministischen Monatsmagazin an.schläge stellt migrazine.at einige dieser Bücher vor – und lotet aus, wo es noch Leerstellen in Sachen Emanzipation gibt.

Afro-deutsche Frauenbewegung: Eine Spurensuche

Vor rund dreißig Jahren erschien das Buch "Farbe bekennen - Afro-deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte" beim Berliner Orlanda Verlag. Erstmals wurde die Geschichte Schwarzer Menschen in Deutschland aus einer Schwarzen Perspektive erzählt.
Die US-amerikanische Theoretikerin Audre Lorde (1934-1992) initiierte das Buch mit und wurde zur Inspiratorin der afro-deutschen (Frauen-)Bewegung. migrazine.at wirft einen Blick auf deren Anfänge und befragte Aktivist_innen zu aktuellen afro-deutschen Perspektiven in der Bundesrepublik.

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Ausgabe 2012/2
Dancehall im Diskurs: Gegen Homophobie & Kulturalismus

Als der jamaikanische Dancehall-Künstler Sizzla im März 2012 in Wien auftrat, ging eine (kleine) Protestwelle durch die heimischen Medien: Einmal mehr dabei wurde der Boykott homophober Dancehall-Artists gefordert. MALMOE und migrazine.at haben dies zum Anlass genommen, die bereits seit den 1990er-Jahren geführte und stark polarisierte Debatte genauer unter die Lupe zu nehmen und ein differenzierteres Bild zu zeichnen. Dafür haben wir sowohl Positionen aus der Dancehall-Szene in Österreich und Deutschland eingeholt als auch LGBTIQ-Aktivist_innen aus Jamaika zur Sache befragt. Dieser Schwerpunkt (koordiniert von Rosa Danner und Sophie Schasiepen) ist auch in der aktuellen Print-Ausgabe von MALMOE zu lesen.
Übrigens: Das Bild zum Schwerpunkt ist das Logo von "Yes Yes Y'All", laut Selbstbeschreibung "Toronto's biggest, dirtiest, sweatiest, queer hip hop/dancehall jam".

ICT revisited - Technologie vs. Ungleichheit?

Welche Rolle nehmen Migrant_innen im Diskurs der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT/ICT) ein? Sind die neuen Technologien tatsächlich ein Tool, um Ungleichheitsstrukturen zu perforieren - oder werden diese bloß anders vermittelt? Und: Welche Bilder kursieren, wenn es um "Entwicklung" im globalen Süden und neue Informationstechnologien geht? In diesem Schwerpunkt werfen wir einen Blick auf ausgewählte Aspekte in der Auseinandersetzung mit Migration, Postkolonialismus und IKT/ICT.

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Ausgabe 2012/1
Roma & Selbstorganisierung

Unter der politischen Bezeichnung "Roma" organisieren sich Roma, Sinti, Jenische, Kalé, Lavara u. a. in verschiedenen Gruppen und kämpfen für ihre Rechte. Denn obwohl sie seit fünf Jahrhunderten in Europa ansässig sind, müssen sie nach wie vor als Projektionsfläche für rassistische Fremdbilder herhalten. Dem Rassismus der jeweiligen Mehrheitsgesellschaft begegnen sie mit transnationaler Vernetzung, Selbstorganisierung und Selbsthistorisierung. Emanzipative Medienarbeit, politische Organisierung und Bildungsarbeit sind Strategien, mit denen sich Roma-Initiativen gegen Bevormundung durch nationalstaatliche Behörden, rassistische Berichte in den Mainstream-Medien oder Abschiebungen zu Wehr setzten.

Bildungsmodel Paternalismus?

Paternalismus ist jenes Herrschaftsverhältnis, das den Bezug auf das "Wohl des/der Anderen" benötigt, um erst wirksam zu werden. Integrationsimperative, der Deutschzwang und manche Möchtegern-Empowerment-Konzepte bauen darauf auf. In der vorliegenden Ausgabe setzt sich migrazine.at mit paternalistischen Verknüpfungen im Bildungsbereich auseinander und zeigt Gegenstrategien auf.

Quer durch alle Genres, Kontinente, Dimensionen.

Ausgabe 2011/2
Zweite Generation und Postmigration

Bezeichnungen wie "Zweite Generation" oder "Secondo"/"Seconda" verweisen auf die Lebensrealitäten von Menschen, die keine Migrant_innen sind und dennoch von der Mehrheitsgesellschaft als "Andere" konstruiert werden. Tatsächlich ist die Generation der "Postmigration" jedoch durch ein Selbstverständnis charakterisiert, das traditionelle Identitätsentwürfe infrage stellt und stattdessen ein neues Vokabular von Zugehörigkeit entwickelt.

Sprache handelt

Sprache reflektiert nicht nur soziale Beziehungen, sondern konstruiert diese auch mit. Dabei ist Sprache selbst wandelbar und flexibel – und gilt damit als Schlüsselwerkzeug für gesellschaftliche Veränderung, mit dem bestehende Normen und Verhältnisse beeinflusst werden können. Im vorliegenden Schwerpunkt stellt migrazine.at mögliche Interventionen und Strategien eines antidiskriminatorischen Sprachgebrauchs vor.

Quer durch alle Genres, Kontinente, Dimensionen.

Ausgabe 2011/1
Literatur in Bewegung

"Fremdsein ist eine Kunst", sagte einmal die japanisch-deutsche Schriftstellerin Yoko Tawada. Tatsächlich haben während des letzten Jahrzehnts die Werke von Autor_innen "migrantischer Herkunft" im deutschsprachigen Raum einen regelrechten Rezeptionsboom erlebt. Doch welche Zuschreibungen werden unter Labels wie "Migrationsliteratur" oder "interkulturelle Literatur" eigentlich verhandelt? Und: Wie könnte eine selbstbestimmte Neuverortung literarischer Identitäten – jenseits herkömmlicher Repräsentationspolitiken – aussehen?

A Single Issue?

100 Jahre Frauentag: Am 19. März 1911 wurde in Österreich, Deutschland, Dänemark, der Schweiz und in den USA der erste Internationale Frauentag begangen, Frauenrechte standen im Zentrum der Proteste. Wir nehmen das historische Jubiläumsjahr zum Anlass und gehen der Frage nach, wie Debatten über Migration, (Anti-)Rassismus und Postkolonialismus die Gender-Diskurse der Gegenwart beeinflussen und von welchen Subjekten die Rede ist, wenn heute über "Emanzipation" gesprochen wird.

Quer durch alle Genres, Kontinente, Dimensionen.

Ausgabe 2010/3
Platz da! Migration & Medien

Seit einiger Zeit kommt Bewegung in die österreichische Medienlandschaft: Mehrheits-Medien und die Kommunikationswissenschaft entdecken die Migrant_innen neu – als Produzent_innen und Konsument_innen von medialen Inhalten. Zugleich wächst auch das Interesse an Medien von und für Migrant_innen, nicht zuletzt aus ökonomischen Gründen. Ein Schwerpunkt über die Möglichkeiten der medialen Selbstrepräsentation für Migrant_innen und die Sackgassen der Diversitätslogik im Medien-Mainstream.

Rechte ohne Papiere

"What they need is a union", kommentiert Officer Russell in der US-TV-Serie "The Wire" die Information eines Kollegen, dass allein in der US-amerikanischen Sexindustrie mehrere zehntausend undokumentierte Migrantinnen beschäftigt seien. Und tatsächlich: An den verheerenden Entgelt- und Arbeitsbedingungen im Bereich un(ter)dokumentierter migrantischer Arbeit wird längerfristig wohl nur die (Selbst-)Organisierung der Betroffenen etwas ändern können.

Ausgehend von einer Kampagne des Wiener Kollektivs PrekärCafé zum Thema "Undokumentiertes Arbeiten, Organisierung und Gewerkschaften" stellt der vorliegende Themenschwerpunkt deshalb die Frage nach den Bedingungen und Möglichkeiten für solche Organisierungsprozesse. Entstanden ist der Schwerpunkt in einer Kooperation zwischen dem Zeitungsprojekt "MALMOE", dem PrekärCafé und migrazine.at.

Ausgabe 2010/2
Queer with(out) Borders

Der Bleiberechtstag am 10. Oktober ist Anlass für diesen Themenschwerpunkt, der "Queer Refugees" gewidmet ist – Flüchtlingen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und/oder geschlechtlichen Identität Gewalt erfahren haben oder solche fürchten müssen. In einem Gemeinschaftsprojekt mit dem feministischen Monatsmagazin "an.schläge" untersucht migrazine.at die Situation von LGBTI-Flüchtlingen (Lesbian, Gay, Transgender, Intersex) vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Asylpolitiken in Europa. Mit diesem Schwerpunkt unterstützen wir die Forderung: Bleibe- und Bewegungsrecht für alle, hier und jetzt!

Erzählkraft der Bilder

1978 veröffentlichte Will Eisner die Bildergeschichte "Ein Vertrag mit Gott" über das Leben eines jüdischen Migranten in New York. In Abgrenzung zu den kommerziellen Comic-Heften bezeichnete Eisner seine Erzählung als "Graphic Novel". Auch der Comic-Roman "Maus" (1986) von Art Spiegelman thematisiert jüdisches Leben und die Shoah. Zahlreiche Künstler_innen haben sich seitdem der "grafischen Novelle" und anderen Comic-Genres bedient, um ihre Lebensgeschichten in der Migration bzw. in der Diaspora neu zu erzählen und die gesellschaftliche Zuweisung ihrer Position als "Fremde" zu verhandeln.

Crossover
Ausgabe 2010/1
Ja, ich will!

Nach dem "Wonnemonat Mai" werfen wir einen kritischen Blick auf den "schönsten Tag im Leben": über die Auswirkungen der Fremdenpolitik auf binationale Partnerschaften, die Bedeutung von Heirat und Staatsbürgerschaft auf die Entschädigungszahlungen von NS-Opfern, Scheinehen im Kino, den Medien-Hype der Zwangsehe und vieles mehr.

Kochtopf, Kondom, Klobürste

Was einst zu den traditionellen Aufgaben der (Ehe-)Frau gehörte, wird heute immer öfters delegiert - an andere, migrantische Frauen, die (oft undokumentiert) die Pflege- und Haushaltsarbeit übernehmen. Doch auch in der Sexarbeit sind hierzulande hauptsächlich Migrantinnen tätig. Hier wie dort wächst der Widerstand gegen die prekarisierten Arbeitsverhältnisse.

Quer durch alle Genres, Kontinente, Dimensionen.

Ausgabe 2009/2
Diagnose: Rassismus

Ausgrenzung und Armut machen krank, bleiben aber als Ursache oft unsichtbar. Dafür boomen "inter-" und "transkulturelle" Themen im Gesundheits- und Pflegediskurs. Ein Themenschwerpunkt zur antirassistischen Gesundheitsvorsorge.

Wo kriselt's?

Die allgemeine Rede von "der Krise" lenkt von dauerhaft prekären Arbeits- und Lebensverhältnissen ab: Inner- und außerhalb der Wohlstandsnationen spüren viele nicht erst die Auswirkungen der jüngsten Finanzkrise, sondern sind mit weiter verschärften Existenzbedingungen konfrontiert. migraZine berichtet aus Chile und Brasilien sowie über die philippinische Migration nach Europa.

Quer durch alle Genres, Kontinente, Dimensionen.

Ausgabe 2009/1
Wer die Wahl hat, hat das Wahlrecht

Wählen gilt als demokratisches Grundrecht und wichtigstes Mittel politischer Mitbestimmung. Doch wer kann hier eigentlich partizipieren? Unter welchen Bedingungen und in welcher Form? Im Themenschwerpunkt werden bestehende und mögliche Modelle von "Wählen" und "Wahlrecht" dargestellt — aus politikwissenschaftlicher, historischer und aktivistischer Perspektive. Wer bleiben will, soll bleiben können. Wer bleiben will, soll wählen können. Für ein Wahlrecht für alle!

Say my name, say my name

Namen schaffen Realität. Politische Selbstbezeichnung steht für: Selbstdefinition, Selbstrepräsentation, Subjektwerdung. Dafür greifen marginalisierte Stimmen auf Strategien der Aneignung, Umkehrung, Neudefinition und (Wieder-)Entdeckung zurück: nomen est (non) omen.

Quer durch alle Genres, Kontinente, Dimensionen.