Noch Kopfschmerzen?

Die sog. Kopftuch-Debatte geht weit über die österreichischen Grenzen hinaus, und zum Verwechseln ähnlich sind auch die Argumente: Frauen mit Kopftuch seien unterdrückt, lautet nur eine der Behauptungen der diversen gegnerischen Lager.

Besonders strikt ist man in der Türkei, einem Land, in dem die Bevölkerung aus fast hundert Prozent MuslimInnen besteht und wo seit den 1920ern Religion und Staat streng voneinander getrennt werden. Dort herrschte bis vor kurzem ein Verbot von Kopftüchern an Universitäten. Wegen dem Turban, wie das Kopftuch in der Türkei genannt wird, gab es jahrzehnte lang Streit und Spaltung im Land. Studentinnen, die mit Kopftuch zur Uni kamen, mussten es beim Eintreten abnehmen und Mützen, Kapuzen oder Perücken aufsetzen. Die Metallcontainer zum Umziehen stehen noch immer davor.

Aber: Das ist nun Geschichte, das Kopftuchverbot an den türkischen Universitäten gehört der Vergangenheit an. Der Kopftuchbann ist zwar noch nicht ganz gebrochen, denn in öffentlichen Gebäuden dürfen Frauen nach wie vor keinen Turban tragen. Doch dieser Kompromiss erscheint nach einer über achtzig Jahre andauernden Debatte als großer Fortschritt.

Dass über Kopftuchtragende grenzenlos debattiert wird, ist schon seltsam genug. Auch wenn die politischen Rahmenbedingungen hier andere sind: Ich wünsche mir, dass auch Österreich einen Schritt weiter geht und eine gelingende gesellschaftliche Partizipation von Migrantinnen nicht um ein Stück Stoff wickelt.