"Wir sind Ausländer, und wir sind arm."

Ein Bekannter beginnt, aufgrund unüberwindbarer Hürden in Österreich – um genauer zu sein: wegen Probleme bei der (Nicht-)Anerkennung seines aus der Heimat mitgebrachten Diploms –, eine neue Herausforderung als Heimhelfer.

Aufgrund seines laut Arbeitsmaktlogik fortgerschrittenen Alters (35+) und seiner (nicht muttersprachlichen) Deutschkenntnisse, sagt er, ist dieser Beruf einer seiner letzten Hoffnungen. Und man werde dort sehr gern genommen, nicht zuletzt weil ÖsterreicherInnen die Arbeit der Alten- und Krankenpflege nicht so gerne übernehmen, vor allem im wenig prestigereichen Bereich der Heim- und Pflegehilfe. Die Alten freuen sich über den freundlichen großen "N*", und die Arbeitgeber helfen auch, wo es geht.

Viele MigrantInnen nutzen diese Chance – nicht nur, weil sonst keine/r den Job machen will, sondern auch, weil sie die Garantie haben, diesen bis zur Pension ausüben zu können. Krisensicher also.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Arbeit zumindest im öffentlichen Diskurs geschätzt wird, denn weder ist die Entlohnung fair, noch sind die Bedingungen besonders gut, aber ja, jede/r ist willkommen, dessen/deren mitgebrachte Kenntnisse und Qualifikationen bei uns nicht enerkannt werden.

Mein Bekannter meint: "Wir sind Ausländer, und wir sind arm". Was so viel heißt wie: Es ist wie ein Strohhalm, an dem sich (dequalifizierte) MigrantInnen halten. Es ist die letzte Hoffnung, eine sichere Arbeit sicher zu bekommen …