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Als kleines Schwarzes Mädchen in einer ziemlich weißen Welt kommt es eher vor, dass die weißen Mitmenschen irgendwas über dein süßes, putziges, wie auch immer andersartiges Aussehen sagen als dich zu beschimpfen. Die Beschimpfungsrate steigt mit dem Alter, wenn du eben nicht mehr putzig, lächelnd und vor allem leise bist, sondern deine Stimme gefunden hast, und blöde Sprüche parieren lernst. Für Schwarze Frauen kommt mit dem Alter zu Rassismus eine kräftige Portion Sexismus dazu.

Mein Widerwillen in großen Menschenmengen zu sein, rührt sicherlich auch daher. Gingen wir früher in Restaurants oder noch besser zum Heurigen, hatte ich albtraumartige Zustände: Köpfe, die sich nach dir umdrehen und dich mit bohrenden Blicken mustern. Münder, die anzügliche Gesten in deine Richtung machen. Glücklicherweise ist es meist so laut, dass du nicht hören kannst, was tatsächlich gesagt wird, doch das anschließende heitere Gelächter an den Tischen lässt dich erahnen, was gesagt worden ist, denn es ist leider nicht dunkel genug, um die ekelhaften, vom Alkohol roten Gesichter nicht sehen zu können.

Auch heute meide ich Plätze an denen die Mehrheitsbevölkerung Alkohol trinkt … Weihnachtsmarkt? Punschstand? Ohne mich, und das nicht nur weil ich Schlager- und Weihnachtsmusik auf den Tod nicht ausstehen kann. Es ist schon so schwierig für die Leute ihre Meinung zurückzuhalten, Alkohol lässt rassistischen und sexistischen Müll noch um einiges schneller rauskommen … da gibt’s dann gar kein Halten mehr.

Im Urlaub hab ich mir letztens gedacht, dass ich überall anders viel lockerer in Restaurants, Bars etc. gehe, ohne mich wie in Österreich vorher tausendmal zu erkundigen, welches Publikum dort verkehrt.

Dass die Bemerkung meinerseits wohl etwas vorschnell getätigt wurde, hat mir der letzte Urlaub gezeigt. Doch dazu ein anderes Mal.