43 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht

Mitte Juni stellte der Flüchtlingshochkommissar der Vereinten Nationen, António Guterres, den Jahresbericht des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR) für 2009 vor. Demnach waren im vergangenen Jahr 43,3 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht vor Krieg, Konflikten und Verfolgung – die höchste Zahl seit Mitte der 1990er Jahre. Die Flüchtenden stammen vor allem aus Afghanistan, dem Irak, Somalia sowie der Demokratischen Republik Kongo.

Mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge – 27,1 Millionen – sind Binnenvertriebene, die vor den anhaltenden Konflikten wie etwa im Kongo, Pakistan und Somalia fliegen. Die Hauptlast tragen daher nicht die westlichen Industriestaaten, sondern insbesondere die Länder im globalen Süden, wo sich achtzig Prozent der Geflohenen aufhalten. Dem Bericht zufolge nehmen Länder wie Pakistan, Simbabwe und der Kongo im Verhältnis zu ihrer Wirtschaftskraft besonders viele Flüchtlinge auf.

Die Anzahl der weltweit gestellten Asylerstanträge stieg im vergangenen Jahr auf fast eine Million. Die meisten Asylsuchenden zählte Südafrika mit 222.000. In Europa waren es insgesamt 286.700, 86 Prozent davon in den Staaten der Europäischen Union.

19 Aufnahmestaaten akzeptierten im letzten Jahr 112.400 Flüchtlinge, darunter die USA (79.900), Kanada (12.500), Australien (11.100), Deutschland (2.100), Schweden (1.900) und Norwegen (1.400).