crossover

Was ist Leichte Sprache? (in Leichter Sprache)

share on facebookprint/drucken
von Kerstin Matausch

Richard Weizsäcker war ein Politiker.

Richard Weizsäcker hat einmal gesagt:

"Es ist normal, verschieden zu sein."


Damit zeigt Richard Weizsäcker:

Man soll akzeptieren, dass Menschen verschieden sind.

Man soll respektieren, dass Menschen verschieden sind.


Wieso gibt es Leichte Sprache?

Es gibt viele Gründe,

warum es Leichte Sprache gibt.

Hier erfahren Sie einige Gründe,

warum es Leichte Sprache gibt.


Ein Grund aus der Geschichte:

Früher hat man Menschen mit Behinderung

in Einrichtungen gesperrt,

damit sie niemanden stören.

Man hat Menschen mit Behinderung nichts zugetraut.

Irgendwann haben sich die Menschen mit Behinderung

das nicht mehr gefallen lassen.

Sie sind aufgestanden und

haben anderen Menschen gesagt,

dass Menschen mit Behinderung Rechte haben.


Menschen mit Behinderung haben ein Recht auf Barrierefreiheit.

Das bedeutet, dass es keine Barrieren gibt.

Das bedeutet, dass man Dinge nützen kann.

Das bedeutet, dass man etwas tun kann.

Zum Beispiel, dass man in die Schule gehen kann oder

dass man arbeiten darf wie andere Menschen auch.


Menschen mit Behinderung haben gesagt:

Manche Texte sind schwierig geschrieben.

Wir wollen die Texte aber verstehen.

Dafür brauchen wir eine Sprache,

die wir gut verstehen können.

Das ist Leichte Sprache.


Inklusion:

Inklusion heißt einbeziehen.

Damit ist gemeint,

dass Menschen mit Behinderung

alle Lebens-Bereichen mit gestalten.


Inklusion bedeutet auch, dass alle dazu gehören.

Dazu gehört zum Beispiel das:

Alle Menschen können die Gesellschaft mit gestalten.

Sie können bei der Politik mitbestimmen.

Sie können wählen. 


Damit alle Menschen die Gesellschaft mit gestalten können,

müssen Menschen wissen, was man mit gestalten darf.

Dafür brauchen alle Menschen

eine Sprache, die sie gut verstehen können.


Gesetz:

In Österreich gibt es ein Bundes-Verfassungs-Gesetz.

Im Bundes-Verfassungs-Gesetz stehen Gesetze,

die für Österreich besonders wichtig sind.


Im Artikel 7 vom österreichischen Bundes-Verfassungs-Gesetz

steht das:

"Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Die Republik Österreich (Bund, Länder und Gemeinden) bekennt sich dazu,

die Gleichbehandlung von behinderten Menschen

in allen Bereichen des täglichen Lebens zu gewährleisten."


Das Gesetz sagt:

Menschen mit Behinderung

sollen in allen Lebens-Bereichen mitmachen können.

Das ist Inklusion.


Manche Menschen können nur dann mitmachen,

wenn sie Informationen bekommen, die sie verstehen.

Sie brauchen Informationen in Leichter Sprache.


Was ist Leichte Sprache?

Leichte Sprache bedeutet:

Eine Information ist so geschrieben,

dass man sie leicht verstehen kann.


Jeder Mensch kann Texte in Leichter Sprache besser verstehen.

Leichte Sprache ist keine Sprache für Kinder.

Sie ist eine Sprache für erwachsene Menschen.


Für die Leichte Sprache gibt es Regeln.

Es gibt Regeln wie man Texte in Leichter Sprache macht.

Man kann jeden Text in Leichte Sprache übersetzen.

Man kann auch schwierig geschriebene Texte so schreiben,

dass viele Menschen den Text gut verstehen können.


Für wen ist Leichte Sprache?

Leichte Sprache ist besonders wichtig

für Menschen mit Lernschwierigkeiten.

Leichte Sprache ist auch gut für alle anderen Menschen.


Zum Beispiel:

  • Für Menschen, die nicht so gut lesen können.
  • Für Menschen, die nicht so gut Deutsch können.
  • Für Menschen, die sich schnell über ein Thema informieren möchten.



Welche Texte kann man in Leichter Sprache schreiben?

Man kann jeden Text so schreiben,

dass viele Menschen den Text verstehen.


Zum Beispiel:

  • Nachrichten
  • Informationen für einen Arzt-Besuch
  • Informationen, wenn man einen Antrag bei einem Amt ausfüllen soll
  • Informationen für die Arbeits-Sicherheit
  • Was man bei Diskriminierung tun kann
  • Gesetze
  • Reise-Broschüren
  • Wissenschaftliche Studien
Kerstin MatauschLeichter verständliche Formsize> studierte an der Johannes Kepler Universität (JKU) Linz Soziologie und Sozialwirtschaft. Von 2002 bis 2010 arbeitete sie am Institut Integriert Studieren an der JKU Linz in verschiedenen nationalen und internationalen Forschungsprojekten. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassten Menschen mit Behinderung in den Bereichen Bildung und Hochschulbildung, Arbeitsmarkt, Assistierende Technologien, Informationsgestaltung und Informationsdesign, Leichte Sprache sowie Tourismus. Darüber hinaus hat sie Studierende mit Behinderung bei bildungs- und persönlichkeitsbezogenen Themen beraten und begleitet. Seit 2010 arbeitet sie beim Kompetenznetzwerk KI-I und ist dort für die Betreuung und Weiterentwicklung des Online-Portals www.gleichgestellt.at zuständig. Zudem betreut sie Projekte im Bereich der Leichten Sprache und widmet sich gesellschaftlichen Zugangs- und Teilhabemöglichkeiten für Menschen mit Lernschwierigkeiten, u.a. durch Übersetzungen von Texten in Leichte Sprache, Nutzbarkeit von Informations- und Kommunikationstechnologien, Tagungsgestaltung und Seminare. Sie ist darüber hinaus als selbstständige Trainerin in einer PeerberaterInnen-Ausbildung tätig, bei der Menschen mit Lernschwierigkeiten umfassend zu systemischen BeraterInnen für Menschen mit Behinderung ausgebildet werden.Leichter verständliche FormKerstin Matausch hat Soziologie und Sozialwirtschaft in Linz studiert.  Dann hat sie am Institut Integriert Studieren gearbeitet. Das ist an der Universität Linz. Sie hat in der Forschung gearbeitet. Forschung bedeutet ein Problem untersuchen und überlegen, wie man das Problem lösen kann.Kerstin Matausch hat Forschung im Bereich Barrierefreiheit gemacht.  Barrierefreiheit bedeutet: Etwas ist zugänglich. Man kann es verwenden. Zum Beispiel öffentliche Verkehrs-Mittel oder den Computer. Kerstin Matausch hat auch Menschen mit Behinderung beraten, die an der Universität studieren. Sie hat Menschen beraten, die studieren möchten.Kerstin Matausch arbeitet jetzt beim Kompetenznetzwerk KI-I. Beim Kompetenz-Netzwerk KI-I arbeitet sie in diesen Bereichen: Texte in Leichte Sprache übersetzen. Leichte Sprache im Internet. Soziale Netzwerke im Internet: Wie können Menschen mit Lernschwierigkeiten sich im Internet mit Freundinnen und Freunden unterhalten? Kerstin Matausch macht auch Kurse. Da lernen Personen, wie man Leichte Sprache macht.Kerstin Matausch macht eine Webseite für Menschen mit Behinderung. Die Webseite heißt: www.gleichgestellt.at. Dort kann man sich über diese Themen informieren: Kurse, Kultur-Veranstaltungen, Sport, Freizeit, Hilfsmittel für Menschen mit Behinderung und noch vieles mehr.