Pixel

Paternalismus
Sprache handelt

Sprache reflektiert nicht nur soziale Beziehungen, sondern konstruiert diese auch mit. Dabei ist Sprache selbst wandelbar und flexibel – und gilt damit als Schlüsselwerkzeug für gesellschaftliche Veränderung, mit dem bestehende Normen und Verhältnisse beeinflusst werden können. Im vorliegenden Schwerpunkt stellt migrazine.at mögliche Interventionen und Strategien eines antidiskriminatorischen Sprachgebrauchs vor.

A Single Issue?

100 Jahre Frauentag: Am 19. März 1911 wurde in Österreich, Deutschland, Dänemark, der Schweiz und in den USA der erste Internationale Frauentag begangen, Frauenrechte standen im Zentrum der Proteste. Wir nehmen das historische Jubiläumsjahr zum Anlass und gehen der Frage nach, wie Debatten über Migration, (Anti-)Rassismus und Postkolonialismus die Gender-Diskurse der Gegenwart beeinflussen und von welchen Subjekten die Rede ist, wenn heute über "Emanzipation" gesprochen wird.

Rechte ohne Papiere

"What they need is a union", kommentiert Officer Russell in der US-TV-Serie "The Wire" die Information eines Kollegen, dass allein in der US-amerikanischen Sexindustrie mehrere zehntausend undokumentierte Migrantinnen beschäftigt seien. Und tatsächlich: An den verheerenden Entgelt- und Arbeitsbedingungen im Bereich un(ter)dokumentierter migrantischer Arbeit wird längerfristig wohl nur die (Selbst-)Organisierung der Betroffenen etwas ändern können.

Ausgehend von einer Kampagne des Wiener Kollektivs PrekärCafé zum Thema "Undokumentiertes Arbeiten, Organisierung und Gewerkschaften" stellt der vorliegende Themenschwerpunkt deshalb die Frage nach den Bedingungen und Möglichkeiten für solche Organisierungsprozesse. Entstanden ist der Schwerpunkt in einer Kooperation zwischen dem Zeitungsprojekt "MALMOE", dem PrekärCafé und migrazine.at.

Erzählkraft der Bilder

1978 veröffentlichte Will Eisner die Bildergeschichte "Ein Vertrag mit Gott" über das Leben eines jüdischen Migranten in New York. In Abgrenzung zu den kommerziellen Comic-Heften bezeichnete Eisner seine Erzählung als "Graphic Novel". Auch der Comic-Roman "Maus" (1986) von Art Spiegelman thematisiert jüdisches Leben und die Shoah. Zahlreiche Künstler_innen haben sich seitdem der "grafischen Novelle" und anderen Comic-Genres bedient, um ihre Lebensgeschichten in der Migration bzw. in der Diaspora neu zu erzählen und die gesellschaftliche Zuweisung ihrer Position als "Fremde" zu verhandeln.

Kochtopf, Kondom, Klobürste

Was einst zu den traditionellen Aufgaben der (Ehe-)Frau gehörte, wird heute immer öfters delegiert - an andere, migrantische Frauen, die (oft undokumentiert) die Pflege- und Haushaltsarbeit übernehmen. Doch auch in der Sexarbeit sind hierzulande hauptsächlich Migrantinnen tätig. Hier wie dort wächst der Widerstand gegen die prekarisierten Arbeitsverhältnisse.

Wo kriselt's?

Die allgemeine Rede von "der Krise" lenkt von dauerhaft prekären Arbeits- und Lebensverhältnissen ab: Inner- und außerhalb der Wohlstandsnationen spüren viele nicht erst die Auswirkungen der jüngsten Finanzkrise, sondern sind mit weiter verschärften Existenzbedingungen konfrontiert. migraZine berichtet aus Chile und Brasilien sowie über die philippinische Migration nach Europa.

Say my name, say my name

Namen schaffen Realität. Politische Selbstbezeichnung steht für: Selbstdefinition, Selbstrepräsentation, Subjektwerdung. Dafür greifen marginalisierte Stimmen auf Strategien der Aneignung, Umkehrung, Neudefinition und (Wieder-)Entdeckung zurück: nomen est (non) omen.