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TECHNOKRATIE

Der zweite Schwerpunkt widmet sich den Auswirkungen des technokratischen Umbaus in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen: an den Universitäten, im Sozial- und Gesundheitsbereich, in Diskursen zu psychischer Gesundheit, in queer-feministischer und antirassistischer Arbeit. Was alles ist heute "technocrazy"? Wie werden durch technokratische Entwicklungen auch rassistische und geschlechtshierarchische Verhältnisse transformiert und aktualisiert?

Willkommen! Um zu bleiben

Wie hat der "lange Sommer der Migrationen" von 2015 die politischen Realitäten verändert? Um diese Frage zu beantworten, greifen die Autor_innen dieses Schwerpunkts unterschiedliche Themen auf: Sie kritisieren Abschiebungen und eurozentrisches Hilfsdenken, setzen sich mit verschiedenen Formen des Widerstands auseinander und zeigen Wege der Solidarität mit den Kämpfen von Migrant_innen auf.

Alle(s) Wissen

maiz, das Autonome Zentrum von & für Migrantinnen, feiert mit der Gründung der "Universität der Ignorant_innen" sein 20-jähriges Bestehen. Damit entsteht in Linz ein Ort, an dem gegenhegemoniales Wissen produziert und ausgetauscht wird.

Weltweit existieren verschiedene Formen selbstorganisierter Bildungsinitiativen: Ob Alternative bzw. Kritische Universitäten, Volksunis oder Sommerunis: Immer steht die Aufhebung des Unterschieds zwischen theoretischer Reflexion und Praxis im Vordergrund, um zu einem sozialen Wandel beizutragen.

In & Out: Arbeiten in Kunst, Kultur und Medien

Gleichwohl die Bereiche Kunst, Kultur und Medien als progressiv und offen gelten, sind auch hier soziale Ausschlussmechanismen Alltag: Auf welche strukturellen Diskriminierungen treffen junge (migrantische) Kultur- und Medienarbeiter_innen? Was können Kulturinstitutionen tun, um bestehende Zugangsschwellen abzubauen? Und welches Verständnis von "Kultur" kommt dabei zum Tragen?
Der vorliegende Schwerpunkt, der in Kooperation mit dem maiz-Projekt "Mezzanin" entstanden ist, diskutiert Perspektivenwechsel und Handlungsstrategien, um der Schräglage im Kultur- und Medienbetrieb entgegenzuwirken.

Foto: lusciousblopster/flickr (CC-Lizenz)






"Mezzanin" ist ein Teilprojekt von "Intermezzo", entwickelt von maiz und gefördert vom BMBF und Europäischen Sozialfond/ESF.

Sexarbeit: Gegenappelle und Widerstandsperspektiven

2012 forderten zweihundert zivilgesellschaftliche Organisationen im sog. Brüsseler Appell ein "Europa ohne Prostitution". Ebenso setzte sich der "Pariser Appell" – nach schwedischem Vorbild – für ein Verbot von Sexkauf und die Kriminalisierung von Freiern ein. Für die langfristige Abschaffung des Systems Prostitution machen sich auch der "Wiener Appell" der Initiative "Stopp Sexkauf" sowie der jüngste "Appell gegen Prostitution" der Zeitschrift "Emma" stark.
Im Streit über ein Verbot oder eine Legalisierung von Sexarbeit dominieren die Perspektiven von NGOs und Beratungsstellen, während die betroffenen Sexarbeiter_innen und ihre politischen Forderungen nur wenig Gehör finden. In diesem Schwerpunkt präsentiert migrazine.at "Gegenappelle" von Sexarbeiter_innen-Organisationen und solidarischen Unterstützer_innen wie etwa der Initiative "Rotlicht statt Blaulicht": Sie treten für einen Wechsel der Perspektive in der Debatte und die politische Miteinbeziehung der (mehrheitlich migrantischen) Sexarbeiter_innen ein, um deren Rechte auch tatsächlich umsetzen zu können. Listen up!

Afro-deutsche Frauenbewegung: Eine Spurensuche

Vor rund dreißig Jahren erschien das Buch "Farbe bekennen - Afro-deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte" beim Berliner Orlanda Verlag. Erstmals wurde die Geschichte Schwarzer Menschen in Deutschland aus einer Schwarzen Perspektive erzählt.
Die US-amerikanische Theoretikerin Audre Lorde (1934-1992) initiierte das Buch mit und wurde zur Inspiratorin der afro-deutschen (Frauen-)Bewegung. migrazine.at wirft einen Blick auf deren Anfänge und befragte Aktivist_innen zu aktuellen afro-deutschen Perspektiven in der Bundesrepublik.

ICT revisited - Technologie vs. Ungleichheit?

Welche Rolle nehmen Migrant_innen im Diskurs der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT/ICT) ein? Sind die neuen Technologien tatsächlich ein Tool, um Ungleichheitsstrukturen zu perforieren - oder werden diese bloß anders vermittelt? Und: Welche Bilder kursieren, wenn es um "Entwicklung" im globalen Süden und neue Informationstechnologien geht? In diesem Schwerpunkt werfen wir einen Blick auf ausgewählte Aspekte in der Auseinandersetzung mit Migration, Postkolonialismus und IKT/ICT.

Bildungsmodel Paternalismus?

Paternalismus ist jenes Herrschaftsverhältnis, das den Bezug auf das "Wohl des/der Anderen" benötigt, um erst wirksam zu werden. Integrationsimperative, der Deutschzwang und manche Möchtegern-Empowerment-Konzepte bauen darauf auf. In der vorliegenden Ausgabe setzt sich migrazine.at mit paternalistischen Verknüpfungen im Bildungsbereich auseinander und zeigt Gegenstrategien auf.

Sprache handelt

Sprache reflektiert nicht nur soziale Beziehungen, sondern konstruiert diese auch mit. Dabei ist Sprache selbst wandelbar und flexibel – und gilt damit als Schlüsselwerkzeug für gesellschaftliche Veränderung, mit dem bestehende Normen und Verhältnisse beeinflusst werden können. Im vorliegenden Schwerpunkt stellt migrazine.at mögliche Interventionen und Strategien eines antidiskriminatorischen Sprachgebrauchs vor.

A Single Issue?

100 Jahre Frauentag: Am 19. März 1911 wurde in Österreich, Deutschland, Dänemark, der Schweiz und in den USA der erste Internationale Frauentag begangen, Frauenrechte standen im Zentrum der Proteste. Wir nehmen das historische Jubiläumsjahr zum Anlass und gehen der Frage nach, wie Debatten über Migration, (Anti-)Rassismus und Postkolonialismus die Gender-Diskurse der Gegenwart beeinflussen und von welchen Subjekten die Rede ist, wenn heute über "Emanzipation" gesprochen wird.

Rechte ohne Papiere

"What they need is a union", kommentiert Officer Russell in der US-TV-Serie "The Wire" die Information eines Kollegen, dass allein in der US-amerikanischen Sexindustrie mehrere zehntausend undokumentierte Migrantinnen beschäftigt seien. Und tatsächlich: An den verheerenden Entgelt- und Arbeitsbedingungen im Bereich un(ter)dokumentierter migrantischer Arbeit wird längerfristig wohl nur die (Selbst-)Organisierung der Betroffenen etwas ändern können.

Ausgehend von einer Kampagne des Wiener Kollektivs PrekärCafé zum Thema "Undokumentiertes Arbeiten, Organisierung und Gewerkschaften" stellt der vorliegende Themenschwerpunkt deshalb die Frage nach den Bedingungen und Möglichkeiten für solche Organisierungsprozesse. Entstanden ist der Schwerpunkt in einer Kooperation zwischen dem Zeitungsprojekt "MALMOE", dem PrekärCafé und migrazine.at.

Erzählkraft der Bilder

1978 veröffentlichte Will Eisner die Bildergeschichte "Ein Vertrag mit Gott" über das Leben eines jüdischen Migranten in New York. In Abgrenzung zu den kommerziellen Comic-Heften bezeichnete Eisner seine Erzählung als "Graphic Novel". Auch der Comic-Roman "Maus" (1986) von Art Spiegelman thematisiert jüdisches Leben und die Shoah. Zahlreiche Künstler_innen haben sich seitdem der "grafischen Novelle" und anderen Comic-Genres bedient, um ihre Lebensgeschichten in der Migration bzw. in der Diaspora neu zu erzählen und die gesellschaftliche Zuweisung ihrer Position als "Fremde" zu verhandeln.

Kochtopf, Kondom, Klobürste

Was einst zu den traditionellen Aufgaben der (Ehe-)Frau gehörte, wird heute immer öfters delegiert - an andere, migrantische Frauen, die (oft undokumentiert) die Pflege- und Haushaltsarbeit übernehmen. Doch auch in der Sexarbeit sind hierzulande hauptsächlich Migrantinnen tätig. Hier wie dort wächst der Widerstand gegen die prekarisierten Arbeitsverhältnisse.

Wo kriselt's?

Die allgemeine Rede von "der Krise" lenkt von dauerhaft prekären Arbeits- und Lebensverhältnissen ab: Inner- und außerhalb der Wohlstandsnationen spüren viele nicht erst die Auswirkungen der jüngsten Finanzkrise, sondern sind mit weiter verschärften Existenzbedingungen konfrontiert. migraZine berichtet aus Chile und Brasilien sowie über die philippinische Migration nach Europa.

Say my name, say my name

Namen schaffen Realität. Politische Selbstbezeichnung steht für: Selbstdefinition, Selbstrepräsentation, Subjektwerdung. Dafür greifen marginalisierte Stimmen auf Strategien der Aneignung, Umkehrung, Neudefinition und (Wieder-)Entdeckung zurück: nomen est (non) omen.