Gefragt: Mehrfachdiskriminierung

Eine aktuell durchgeführte Studie von LesMigraS soll multiple Diskriminierung aus der Unsichtbarkeit holen und dazu beitragen, das Unterstützungsangebot für lesbische und bisexuelle Migrant_innen, Schwarze Lesben und Trans*Personen zu verbessern.

Bezieht sich das Mobbing meiner MitschülerInnen auf meine Hautfarbe oder auf meine Sexualität? Ignoriert die Polizei meine Beschwerde aufgrund meines Geschlechts, wegen meiner (vermeintlichen) Religion oder wegen meines Alters? Gewalt lässt sich oft nicht an einer einzigen Identitätszuschreibung oder Kategorie von Diskriminierung festmachen – umgekehrt bleiben gerade solche verketteten Gewalterfahrungen häufig unsichtbar, weil z.B.

Im Dazwischen schreiben?

Literatur von AutorInnen mit "Migrationshintergrund" hat während des letzten Jahrzehnts einen regelrechten Rezeptionsboom erfahren. Doch was wird eigentlich mit dem Begriff "Migrationsliteratur" behauptet?

AusländerInnenliteratur, Literatur ausländischer AutorInnen, Literatur von außen, Literatur der Betroffenheit, Gast- bzw. GastarbeiterInnenliteratur, Migrations- bzw. MigrantInnenliteratur, Minderheitenliteratur, Emigrations- bzw. ImmigrantInnenliteratur, Literatur der Fremde, Literatur mit dem Motiv der Migration, multikulturelles Schreiben, interkulturelle bzw. transnationale Literatur, Schreiben im Dazwischen …

Räume der "Zweiten Generation"

"Zweite Generation Inder_innen", "Deutsch-Inder_innen", "Halb-Inder_innen", "Indogerman_innen" oder "Desis": über gefühlte und zugeschriebene Zugehörigkeiten zu natio-ethno-kulturellen Gemeinschaften.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mir mein Vater im ersten Schuljahr anhand unserer Familie die Mengenlehre erläuterte. Er fragte, wenn drei Inder_innen (gegendert hat er den Begriff allerdings nicht) und drei Deutsche an einem Tisch säßen, wie viele Personen das seien. Im Fall unserer Familie lautete die Antwort: vier – Mutter Deutsche, Vater Inder und die beiden Kinder sowohl Inder_innen als auch Deutsche (und damit Teil einer Schnittmenge).

Good For A Girl?

Ein Einblick in die komplexen Codes der Dancehall und in weibliche Strategien, bestehende Gender-Normen in Jamaika aufzubrechen.

"Every time somebody comes to me with a compliment and says: You are good for a girl, I think that's not a compliment. I think it's an insult. Does it mean that every single man out there is better than I am? That can't be, I've heard them. And what does it mean? Because I am a girl, because I am good for a girl, does that mean I am not really good, just for a girl? I don't get it. I don't understand why that needs to be stuck in there, this whole female thing."

Von Marsmädchen und Sternen im Bauch

Welche Publikationen gibt es für lesbische Jugendliche am deutschsprachigen Buchmarkt? Und welche Themen werden in lesbischen Jugendbüchern behandelt? Eine Auswahl.

Als im September 2011 Rachel Manija Brown und Sherwood Smith ihr post-apokalyptisches Jugendbuch "Stranger" einem großen US-amerikanischen Verlag anboten, wurden sie von diesem aufgefordert, einen der Hauptcharaktere zu "heterosexualisieren". Kurz darauf führte die Autorin Melinda Lo eine Studie durch, in der sie zu einem markanten Ergebnis kam: Weniger als ein Prozent der US-amerikanischen Jugendliteratur featuret lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle oder queere Figuren als Protagonist_innen.

Bluten - für wen?

Zahlreiche Menschen möchten freiwillig Blut spenden, doch viele dürfen es nicht. Dabei sind Ausschlüsse von der Blutspende nicht bloß "bedauerliche Ausnahmen".

"Krass, das hatte ich nicht erwartet. Ich darf eigentlich nicht spenden. Ich sollte wieder gehen. Wäre ja auch einfach, ich habe mich noch bei niemandem gemeldet, niemanden wird das stören. Aber ist meine Betroffenheit von den Kriterien nicht ziemlich marginal? Und 'Lebensgemeinschaft', was soll das heißen? Oben heißt es ja 'Partnerschaft', also muss das hier was anderes sein. Meinen die wirklich WG? Fuck, ich darf nicht spenden. Die wollen mich nicht. Die brauchen zwar unbedingt Leute, die spenden, 'Ihre Spende rettet Leben' und so, aber mich wollen sie dann doch lieber nicht.

Männliche Abstiegsangst

Interview mit: 
Andreas Kemper

Andreas Kemper beschäftigt sich mit Männlichkeit und Klassismus. Was beides miteinander zu tun hat, erklärt er im Gespräch mit migrazine.at.

migrazine.at: Sie arbeiten hauptsächlich zu den Themen Maskulismus und Klassismus. Welche Verbindungen gibt es zwischen Männlichkeit und Klasse?

"Frauenpolitik kann erzkonservativ sein"

Während der letzten Jahrzehnte haben insbesondere die Interventionen feministischer Migrant_innen und Women of Color den Blick auf Machtverhältnisse unter Frauen freigelegt. migrazine.at befragte die postkoloniale Theoretikerin María do Mar Castro Varela zu den Verknüpfungen feministischer und antirassistischer Kämpfe.

migrazine.at: Der 8. März ist ein Datum, das unterschiedliche Geschichtsschreibungen und Bedeutungen in sich vereint: In den 1970er Jahren wurde er von den Vereinten Nationen als Tag für die Rechte der Frauen und den Weltfrieden ausgerufen, zu Beginn des 20. Jahrhunderts gingen sozialistische und liberale Frauen im März gemeinsam auf die Straße, um für das Frauenwahlrecht zu kämpfen. Welche politischen Kämpfe verleihen dem 8. März aktuell seine Bedeutung?

Habitando mi cuerpo (espanhol)

Lo primero que viene a mi mente cuando pienso en la forma cómo tomé conciencia de mi 'ser cuerpo' es el sentirme intrigada por la imagen que el espejo me devolvía. Me veía a mi misma pero al mismo tiempo acudía a mi mente, como un eco lejano pero presente, la imagen de una mujer indígena en resistencia al conquistador europeo.

Wissenslabor: Kritische Wissensproduktion zum Thema Werte

Das Video gibt Einblick in das von maiz veranstaltete Wissenslabor mit dem Titel: "Grenzüberschreibende Wander-Werte“ vom 31. März und 1. April 2017. Dieses setzte sich mit kritischer Wissensproduktion zum Thema Werte auseinander. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem kollektiv, trafo.k, der Kunstuniversität Linz und der Akademie der Bildenden Künste Wien organisiert. Das Video ist bereits im September 2017 auf der Webseite von dorf tv – UserInnen-generiertes Fernsehen veröffentlicht worden.